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Redaktion Wohnstarter24 · Zuletzt aktualisiert:

Vor dem Umzug ausmisten: was weg kann und wie es kostenlos weggeht

Ausmisten ist der einzige Posten beim Umzug, bei dem du Geld sparst, indem du nichts tust — sondern weniger mitnimmst. Jeder Kubikmeter, den du vorher aussortierst, kostet bei einer Umzugsfirma 40 bis 80 Euro weniger. Dieser Guide zeigt, was wirklich weg kann, welche Wege nichts kosten und warum du beim Sperrmüll früher dran denken musst, als du glaubst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder m³ zählt: 40-80 € weniger bei der Umzugsfirma, dazu gesparte Kartons und Packmaterial
  • 6-8 Wochen vorher: anfangen - Sperrmülltermine haben oft mehrere Wochen Vorlauf
  • Kostenlos geht viel: Sperrmüll, Wertstoffhof, Verschenken, Sozialkaufhaus
  • Elektro getrennt: gehört nie in den Sperrmüll; große Händler nehmen Kleingeräte gratis zurück
  • Erst sortieren, dann packen: sonst zahlst du dafür, Dinge zu transportieren, die du danach wegwirfst

Redaktionell geprüft

Faktenstand:

Prüfung: Wohnstarter24 Redaktion

Methodik: Rücknahmepflichten nach § 17 ElektroG; Kostenangaben stammen aus dem offengelegten Kostenmodell des Umzugskosten-Rechners. Sperrmüll ist kommunal geregelt und daher als Spanne beschrieben.

Quellen und Annahmen sind auf dieser Seite oder im Quellenbereich verlinkt.

1 Warum sich Ausmisten rechnet

Umzugsunternehmen rechnen nicht nach Wohnfläche, sondern nach Volumen. Am Markt liegen die Preise bei 40–80 € je Kubikmeter. Was du vorher aussortierst, taucht in der Rechnung gar nicht erst auf.

Was einzelne Möbelstücke an Umzugskosten verursachen
Gegenstand Volumen Kosten bei einer Umzugsfirma
Dreisitzer-Sofa ca. 2 m³ 80–160 €
Kleiderschrank, zweitürig ca. 1,5 m³ 60–120 €
Waschmaschine ca. 0,5 m³ 20–40 €
Voller Kellerraum ca. 8 m³ 320–640 €

Beim Umzug in Eigenregie zahlst du nicht je Kubikmeter, sparst aber trotzdem: Packmaterial schlägt mit rund 6,25 € je Kubikmeter zu Buche, und weniger Ladung heißt im besten Fall eine Fahrt statt zwei. Was dein Umzug insgesamt kostet, rechnet der Umzugskosten-Rechner aus – dort kannst du das Volumen auch raumweise erfassen.

2 Der Zeitplan: früher als du denkst

Der häufigste Fehler ist nicht, zu wenig auszumisten, sondern zu spät damit anzufangen. Sperrmüll bekommst du nicht spontan.

Wann was passieren sollte
Zeitpunkt Aufgabe
6–8 Wochen vorher Durchgehen, was mitkommt. Sperrmülltermin anmelden – die Wartezeit beträgt je nach Kommune zwei bis sechs Wochen.
4–6 Wochen vorher Verschenk- und Verkaufsanzeigen online stellen. Was weg soll, braucht Zeit, um Abnehmer zu finden.
2–3 Wochen vorher Wertstoffhof-Fahrten erledigen, solange du noch einen Transporter oder ein Auto organisieren kannst.
Letzte Woche Nur noch Restmüll und Kleinkram. Alles Große ist zu diesem Zeitpunkt raus.
Erst sortieren, dann packen. Wer alles einpackt und am neuen Ort aussortiert, hat dafür bezahlt, Dinge zu transportieren, die danach in den Müll gehen – und muss die Entsorgung am neuen Wohnort noch einmal organisieren.

3 Die Entscheidung: vier Stapel statt endlosem Grübeln

Ausmisten scheitert meist an der Einzelfallprüfung. Leg vier Bereiche an und entscheide je Gegenstand in wenigen Sekunden:

Mitnehmen

Im letzten Jahr benutzt, passt in die neue Wohnung, hat dort einen Platz. Alle drei müssen zutreffen.

Verschenken

Funktioniert, ist sauber, aber du brauchst es nicht mehr. Der größte Stapel – und der, der am schnellsten verschwindet.

Verkaufen

Nur bei gut erhaltenen Markenmöbeln, Elektrogeräten unter drei Jahren, Fahrrädern. Bei allem anderen frisst der Aufwand den Erlös.

Entsorgen

Defekt, verschlissen, unvollständig. Nichts, was niemand haben will, wird durch einen Umzug wertvoller.

Wenn du bei einem Gegenstand länger als zehn Sekunden überlegst, gehört er nicht in den Stapel „Mitnehmen". Das Zögern ist die Antwort.

4 Kostenlos entsorgen: die vier Wege

Eine Entrümpelungsfirma oder die Entsorgung durch das Umzugsunternehmen kostet je nach Menge bis zu 400 €. In den allermeisten Fällen brauchst du das nicht – die folgenden vier Wege kosten nichts.

1. Sperrmüllabholung der Kommune

Für große Möbel der bequemste Weg: Du stellst sie zum Termin an die Straße. Viele Kommunen bieten ein bis zwei Abholungen im Jahr kostenlos an, teils bis zu einer Mengengrenze. Wartezeit zwei bis sechs Wochen – deshalb früh anmelden. Die Anmeldung läuft online über deinen kommunalen Entsorgungsbetrieb.

2. Selbstanlieferung am Wertstoffhof

Für Privathaushalte in Haushaltsmengen fast überall kostenlos, und ohne Wartezeit – du fährst hin, wenn es dir passt. Ideal, wenn du für den Umzug ohnehin einen Transporter mietest: eine Fahrt zum Wertstoffhof vor der Rückgabe kostet nichts extra.

3. Verschenken

Der schnellste Weg für alles, was noch funktioniert. Kleinanzeigen mit dem Zusatz „zu verschenken, Selbstabholung" finden meist innerhalb weniger Stunden einen Abnehmer – und der trägt es selbst die Treppe hinunter. Dazu kommen Verschenkegruppen in sozialen Netzwerken und Nachbarschafts-Apps.

4. Sozialkaufhaus oder gemeinnützige Möbelbörse

Caritas, Diakonie, kommunale Sozialkaufhäuser und ähnliche Einrichtungen nehmen brauchbare Möbel an und holen sie häufig kostenlos ab. Anrufen lohnt sich: Was für dich Aufwand ist, ist dort gefragte Ware. Für nicht mehr verkäufliche Stücke gilt das allerdings nicht.

5 Elektrogeräte: eigene Regeln, oft kostenlos

Elektrogeräte gehören nie in den Sperrmüll. Sie enthalten Wertstoffe und teils Schadstoffe und müssen getrennt gesammelt werden. Dafür gibt es einen Weg, den kaum jemand kennt: den Handel.

Nach § 17 ElektroG müssen Geschäfte ab 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte Altgeräte kostenlos zurücknehmen. Dieselbe Pflicht trifft Lebensmittel-, Möbel-, Bau- und Drogeriemärkte ab 800 m² Gesamtfläche, sofern sie Elektrogeräte anbieten.

  • Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge: Rückgabe ohne Neukauf, bis zu drei Stück je Geräteart. Toaster, Wasserkocher, Rasierer, Ladegeräte, Radios.
  • Größere Geräte: Rücknahme bei Kauf eines gleichartigen Neugeräts – alte Waschmaschine gegen neue Waschmaschine.
  • Lieferung eines Neugeräts: Dann muss die Mitnahme des Altgeräts kostenlos sein. Wird nur abgeholt, ohne dass etwas geliefert wird, darf der Händler etwas verlangen.

Der Wertstoffhof nimmt Elektrogeräte ebenfalls an, in aller Regel kostenlos. Kühl- und Gefriergeräte immer separat abgeben und niemals liegend transportieren – das beschädigt den Kältekreislauf.

Häufige Fehler vermeiden

Sperrmüll zu spät anmelden

Der teuerste Fehler, weil er sich nicht beheben lässt. Wer den Termin verpasst, transportiert die Möbel entweder mit – und zahlt dafür – oder bucht eine kostenpflichtige Sofortabholung.

Elektrogeräte zum Sperrmüll stellen

Sie werden nicht mitgenommen, und im schlimmsten Fall bleibt die ganze Abholung stehen. Dasselbe gilt für Batterien, Farben, Lacke, Altöl, Bauschutt und Reifen.

Sperrmüll zu früh rausstellen

Viele Kommunen erlauben das Bereitstellen erst am Vorabend. Wer tagelang vorher stapelt, riskiert ein Bußgeld – und dass Fremde den Haufen erweitern, worauf die Abholung verweigert wird.

Alles einpacken und später aussortieren

Du bezahlst dafür, Dinge zu transportieren, die du danach wegwirfst – und musst die Entsorgung am neuen Wohnort noch einmal organisieren, wo du die Sperrmüllregeln noch nicht kennst.

Zu lange auf Verkäufe warten

Ein Schrank für 40 Euro, der drei Wochen niemanden findet, blockiert deinen Zeitplan. Setz dir eine Frist: Was zwei Wochen vor dem Umzug nicht verkauft ist, wird verschenkt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel spart Ausmisten wirklich?

Bei einer Umzugsfirma 40–80 € je Kubikmeter. Ein Sofa sind rund 2 m³, ein voller Keller schnell 8 m³. In Eigenregie sparst du Packmaterial und im besten Fall eine ganze Fahrt.

Wann muss ich den Sperrmüll anmelden?

Sobald der Auszugstermin steht. Die Wartezeit liegt je nach Kommune und Jahreszeit bei zwei bis sechs Wochen.

Ist die Sperrmüllabholung kostenlos?

Kommunal unterschiedlich. Viele Städte bieten ein bis zwei Abholungen im Jahr gratis an, andere berechnen eine Pauschale. Die Selbstanlieferung am Wertstoffhof ist für Privathaushalte fast überall kostenlos. Verbindlich ist die Seite deines kommunalen Entsorgungsbetriebs.

Wohin mit alten Elektrogeräten?

Wertstoffhof oder Handel. Geschäfte ab 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte nehmen Kleingeräte bis 25 cm auch ohne Neukauf zurück, bis zu drei je Geräteart (§ 17 ElektroG). Größere Geräte bei Kauf eines gleichartigen Neugeräts.

Was darf nicht in den Sperrmüll?

Elektro- und Kühlgeräte, Batterien, Farben, Lacke, Lösungsmittel, Altöl, Bauschutt, Reifen und Sondermüll. Das nimmt der Wertstoffhof oder das Schadstoffmobil.

Verkaufen oder verschenken?

Verkaufen lohnt sich bei gut erhaltenen Markenmöbeln, Elektrogeräten unter drei Jahren und Fahrrädern. Bei Standardmöbeln frisst der Aufwand den Erlös – verschenken mit Selbstabholung geht schneller und erspart dir den Transport.

Quellen & weiterführende Links