Haushalt 6 Min Lesezeit

Redaktion Wohnstarter24 · Zuletzt aktualisiert:

Richtig heizen und lüften: Schimmel vermeiden und Heizkosten senken

Der erste Winter in der eigenen Wohnung bringt zwei Überraschungen: die Heizkostenabrechnung und den schwarzen Fleck hinter dem Schrank. Beides hat dieselbe Ursache, und beides lässt sich mit drei Gewohnheiten vermeiden. Hier steht, wie oft du lüftest, wie warm es sein muss und was die Zahlen auf dem Thermostat bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stoßlüften, nie kippen: 3- bis 4-mal täglich 5 bis 10 Minuten alle Fenster ganz auf. Gekippte Fenster kühlen Wände aus und bringen kaum Luft.
  • 20 Grad im Wohnraum: Schlafzimmer 17 bis 18, Bad 22. Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie.
  • Nie unter 16 Grad: Räume ganz auskühlen lassen ist falsch gespart: Kalte Wände ziehen Feuchtigkeit, und Wiederaufheizen kostet mehr.
  • Luftfeuchtigkeit 40 bis 60 %: Ein Hygrometer für zehn Euro zeigt, ob gelüftet werden muss. Ab 65 Prozent droht an kalten Wänden Schimmel.
  • Schimmel sofort melden: Schriftlich an den Vermieter, mit Foto. Wer wartet, riskiert, selbst dafür zu haften.

1 Warum Schimmel und hohe Heizkosten dieselbe Ursache haben

Ein Mensch gibt pro Tag zwei bis drei Liter Wasser an die Raumluft ab: durch Atmen, Duschen, Kochen, Wäschetrocknen. Warme Luft hält diese Feuchtigkeit, kalte nicht. Trifft die feuchte Luft auf eine kalte Wand, kondensiert das Wasser dort, und nach ein paar Wochen wächst Schimmel. Deshalb entsteht er hinter Schränken an Außenwänden, in Fensterecken und im Schlafzimmer, das viele „zum Sparen“ nicht heizen.

Das Gegenmittel ist zweiteilig: die Feuchtigkeit regelmäßig nach draußen bringen (lüften) und die Wände warm genug halten, dass nichts kondensiert (heizen). Wer nur spart und nicht lüftet, bekommt Schimmel. Wer kippt und durchheizt, bekommt die Abrechnung. Beides zusammen, richtig gemacht, ist billiger als jede der beiden Abkürzungen.

Die eine Zahl, die alles steuert: Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Ein Hygrometer kostet zehn Euro und sagt dir, wann gelüftet werden muss, statt dass du rätst.

2 Stoßlüften: die Regel, die 80 Prozent der Probleme löst

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Fenster ganz auf, 5 bis 10 Minuten

Im Winter reichen 5 Minuten, weil der Temperaturunterschied groß ist. Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen (Querlüften), dann ist die Luft in zwei bis drei Minuten komplett getauscht.

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Drei- bis viermal am Tag

Morgens nach dem Aufstehen (die Nacht bringt die meiste Feuchtigkeit), nach dem Duschen, nach dem Kochen, vor dem Schlafen. Wer tagsüber nicht da ist: morgens und abends gründlich, das ist besser als gar nicht.

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Heizung dabei runterdrehen

Thermostat auf Stern oder 1, Fenster auf, danach wieder auf die alte Stufe. Die Wände und Möbel speichern die Wärme, der Raum ist in wenigen Minuten wieder warm. Nur die Luft war kalt, und die war ohnehin verbraucht.

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Niemals dauerhaft kippen

Ein gekipptes Fenster tauscht kaum Luft, kühlt aber die Laibung und die Wand darüber stundenlang aus. Genau dort schlägt sich dann die Feuchtigkeit nieder. Das Kippfenster im Winter ist die häufigste Schimmelursache in Mietwohnungen, und die Heizkosten laufen nebenbei zum Fenster raus.

3 Wie warm welcher Raum sein sollte

Jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent Heizenergie. Das heißt aber nicht, dass kälter immer besser ist: Unter 16 Grad werden die Wände so kalt, dass selbst normal feuchte Luft daran kondensiert.

RaumTemperaturThermostatWarum
Wohnzimmer20 °CStufe 3Aufenthaltsraum, hier bist du am längsten
Küche18 °CStufe 2 bis 3Herd und Kühlschrank heizen mit
Schlafzimmer17 bis 18 °CStufe 2Kühler schläft sich besser, aber nicht unter 16
Bad22 °CStufe 3 bis 4Feuchtester Raum, warme Wände kondensieren nicht
Flur, Abstellraum15 bis 16 °CStufe 2Nur Frost- und Schimmelschutz
Nachts, bei Abwesenheit16 bis 17 °CStufe 2Absenken ja, ausschalten nein

Die Zahlen auf dem Thermostat sind Zieltemperaturen, keine Heizstärke

Stufe 1 ≈ 12 °C, 2 ≈ 16 °C, 3 ≈ 20 °C, 4 ≈ 24 °C, 5 ≈ 28 °C, das Sternchen ≈ 6 °C Frostschutz. Das Ventil öffnet, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist, und schließt dann. Stufe 5 heizt den Raum nicht schneller auf als Stufe 3, sie hört nur später auf. Wer morgens auf 5 dreht und es vergisst, heizt auf 28 Grad.

4 Vier Dinge, die Heizkosten fressen, ohne dass du es merkst

Verdeckte Heizkörper

Sofa davor, Vorhang drüber, Wäscheständer dran: Die Wärme bleibt hinter dem Hindernis, das Thermostat misst dort 24 Grad und schließt, während der Raum kalt bleibt. Mindestens 10 bis 20 Zentimeter Abstand.

Gluckernde Heizkörper

Luft im Heizkörper: Er wird oben nicht warm und gluckert. Mit einem Entlüftungsschlüssel (zwei Euro im Baumarkt) am Ventil oben seitlich drehen, bis Wasser statt Luft kommt. Lappen drunter. Dauert eine Minute.

Wäsche in der Wohnung

Eine Ladung Wäsche gibt bis zu zwei Liter Wasser an die Raumluft ab. Wenn es sein muss: in einem Raum mit Heizung und geschlossener Tür, danach stoßlüften. Nie im unbeheizten Schlafzimmer.

Rollläden und Vorhänge nachts offen

Fenster verlieren nachts am meisten Wärme. Rollläden runter und Vorhänge zu (aber nicht über den Heizkörper) sparen spürbar. Undichte Fenster: Kerze an den Rahmen halten, flackert sie, hilft Dichtband für wenige Euro.

5 Schimmel entdeckt: was jetzt zu tun ist

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Sofort schriftlich melden

E-Mail oder Brief an den Vermieter, mit Fotos und Datum. Als Mieter bist du verpflichtet, Mängel unverzüglich anzuzeigen (§ 536c BGB). Wer Wochen wartet, haftet unter Umständen für den Folgeschaden, auch wenn die Ursache am Gebäude liegt.

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Kleine Stellen selbst entfernen

Bis etwa Handtellergröße auf glatten Flächen: mit 70-prozentigem Alkohol aus der Apotheke abwischen, Handschuhe, Fenster auf. Chlorreiniger nur im Bad, nicht im Schlafzimmer. Größere Flächen oder Schimmel in Tapete und Putz sind Vermietersache.

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Die Ursachenfrage klären, bevor über Geld gestritten wird

Liegt es am Gebäude (Wärmebrücke, undichte Fenster, Wasserschaden), muss der Vermieter beseitigen, und die Miete kann gemindert werden. Liegt es am Wohnverhalten, zahlt der Mieter. Dein Hygrometer-Protokoll und dein Lüftungsverhalten sind dann dein Beweis. Bei Streit hilft der Mieterverein für einen Jahresbeitrag von rund 60 bis 90 Euro.

Drei Dinge, die sich im ersten Winter bezahlt machen

Hygrometer

Zeigt Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Eins ins Schlafzimmer, eins ins Bad. Ab 65 Prozent lüften, fertig. Die zehn Euro, die am meisten Schimmel verhindern.

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Programmierbares Thermostat

Eqiva Model N: senkt nachts und bei Abwesenheit automatisch ab und heizt vor dem Aufstehen wieder hoch. Ohne Bohren austauschbar, beim Auszug zurückwechseln. Lohnt sich bei Gas- und Ölheizung meist im ersten Winter.

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Entlüftungsschlüssel

Vierkant, passt auf fast jedes Heizkörperventil. Gibt es im Baumarkt für zwei Euro, oft an der Kasse. Einmal im Herbst alle Heizkörper durchgehen.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man im Winter lüften?

Drei- bis viermal täglich für 5 bis 10 Minuten mit ganz geöffneten Fenstern, am besten gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. Zusätzlich direkt nach dem Duschen und Kochen. Wer tagsüber arbeitet: morgens und abends gründlich.

Soll man die Heizung nachts ausschalten?

Absenken ja, ausschalten nein. Nachts auf 16 bis 17 Grad reicht. Ganz ausgekühlte Räume kosten morgens mehr Energie zum Aufheizen und begünstigen Schimmel an kalten Wänden. Dasselbe gilt für den Tag, wenn du bei der Arbeit bist.

Wie warm muss die Wohnung im Winter mindestens sein?

Der Vermieter muss in der Heizperiode, meist 1. Oktober bis 30. April, tagsüber rund 20 Grad in Wohnräumen ermöglichen, nachts rund 18. Bleibt die Heizung kalt, ist das ein Mangel: schriftlich melden, Frist setzen. Du selbst solltest keinen Raum dauerhaft unter 16 Grad halten.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Schimmel?

Nur als Notlösung, etwa im Keller oder bei einem Wasserschaden. In einer normalen Wohnung ist er die teure Variante von Lüften: Er braucht Strom und beseitigt nicht die Ursache. Erst Lüftungsgewohnheit und Heizverhalten ändern, dann Hygrometer beobachten.

Quellen & weiterführende Links